Die geheime Wahl

Ein Aspekt, der bei Diskussionen über Nichtwähler selten auftaucht: das Nichtwählen ist nicht geheim. Alle Wahlhelfer im entsprechenden Wahlbezirk sehen, wer gewählt hat und wer nicht – schließlich wird jeder Wähler einzeln abgehakt. Das gilt natürlich auch für die Briefwahl: ist der beantragte Wahlschein nicht rechtzeitig im Wahllokal, wird der Antragsteller nicht als Wähler gekennzeichnet und ist somit erkennbarer Nichtwähler. In kleinen Wahlbezirken, also insbesondere auf den Dörfern, ist dieses Problem nicht zu unterschätzen. Natürlich sind die Wahlhelfer zur Verschwiegenheit verpflichtet – aber selbst wenn sie sich daran halten: das Wissen haben sie. Und in größeren Wahlbezirken darf man annehmen, dass der ein oder andere freiwillige Wahlhelfer (der ja meist politik- bzw. parteinah ist) zumindest auf die prominenteren Mitbewohner seines Wählerverzeichnisses ein interessiertes Auge wirft.

Allein für die „Sozialhygiene“ (oder wie sich das nennt) ist es also für Unentschlossene und Protestler angzeigt, ungültig zu wählen. Denn WAS man wählt, wird ja bisher nicht registriert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *